Paddy’s Day 2017, unerwartbare Absagen von zwei Veranstaltungsorten im Vorfeld, die anderen waren natürlich schon besetzt. Verzweiflung, Tränen, Kopfkino mit völliger Trunkenheit in einem Pub, ohne selbst Musik zu machen. Das erste Mal seit 25 Jahren…

ABER!

Eine Mail an die Goldene Krone und kurz darauf schon die Zusage für den Abend. Freude!

Die Goldene Krone…das letzte Mal ist gefühlt – und nicht nur gefühlt – mindestens eine Dekade her. Fred Hill, Tili, Peter. Die legendären Bedienungen…das Mischpult… der Backstage-Bereich…und die Scheiß-Treppe nach oben. Trag da mal ein Schlagzeuggestänge hoch, dann weißt Du, warum Du Sänger geworden bist.

Historie

Die Goldene Krone gibt es urkundlich erwähnt schon vor Gründung der Stadt. Dort stand ein Schankhaus, der damalige Landgraf kehrte dort oft nach Jagdausflügen ein, bezahlte seine fünf Reichsmark an Fred Hill und blieb dort die ganze Nacht. Irgendwann war es ihm dann zu blöd und er ließ sein „Schlössje“ direkt neben das Schankhaus bauen. Dann ging alles sehr schnell, ein Haus nach dem anderen sproß aus dem Boden, sternförmig orientierte sich die neue Siedlung um die Krone. Seit Aeonen versammeln sich hier die Jugendlichen und jung gebliebenen. Disco im Untergeschoß, die Rocky-Bar mit Live-Musik und im oberen Teil der große Saal für Veranstaltungen und das Kino (Sonntags Tatort). Kult trifft es hier absolut. Junge Bands bekamen und bekommen hier ihre Chance, vor Publikum aufzutreten. Aber auch bekannte Künstler gingen hier schon ein und aus. Nina Hagen, die Wailers, BAP usw…man musste nur mit der herzlich-hessischen Art umgehen können.

Ch-Ch-Ch-Chaaangees

Aber dieser jetzige Kontakt war so unkronig. So schnell, so überaus freundlich, professionell, definitiv. Kontakt zum Mischer, ein Tech-Rider (Aufstellung des vorhandenen Equipements), ein Vertrag..? Freudige Skepsis.

Der Paddy’s Day kam näher. Mit ihm die Sorge, ob genug Leute den Weg finden würden. Der Landgraf ist ja nun schon ein Weilchen tot. Facebook und all die sozialen Medien wurden angeworfen, Plakate sind ja so 90er. Ein paar Zusagen, 45 nehmen teil, 130 sind interessiert…Door-Deal….heidenei. Aber egal, immerhin „kann mer in Hausschlappe hin“.

Aufbau

Um sechs Uhr treffen wir vor der Krone ein, Benni der Mischer kommt, man kennt sich aus dem Sibin. Der öffnet eine Feuertreppe. Eine.Feuer.Treppe. Der direkte Weg zur Bühne aus dem Hof. Ja Leck. Unzählige Rückenschmerzen mit einem einfachen Umweg ad absurdum geführt. Jahrelang haben wir den Kram auf normalem Weg quer durch die Krone geschleppt und jetzt das. Freude.

Mit dem Zeug betreten wir die heiligen Hallen des Krone-Saals.>

Sauber. In Details erkennt man noch die alte Zeit, Déjà-Vus. Die Treppe hoch zur Bühne, der Blick in den Saal. Historische Ergriffenheit>

Der Backstage-Raum: Sauber, einladend, da hängt noch der Spiegel von damals, die Sicherungen. Wie oft hab ich den Sicherungskasten angeschaut, bevor es raus geht auf die Bühne…

 

Soundcheck

Drumset aufbauen ohne Olaf, der noch arbeitet. Das klingt einfach. Drei Telefonate und ein paar Bildnachrichten später steht es fast so wie es sich gehört. Das Verkabeln läuft. Marcus schwört, dass er seinem altgedienten Bass-Verstärker nach 25 Jahren immer noch das Vertrauen ausspricht – Zitat: „hoit abend schmeiss isch den weck – ichschwör!“

Fachmännisch wird zu Ende verkabelt. Da hilft einem die Erfahrung. WD-40 oder Gaffa.
In Marcus‘ Fall war es Gaffa.


Um kurz vor acht sind wir fertig, die Bühne steht. Noch ein bisschen Deko. Wir verabschieden uns von Marcus, bevor er den langen Aufstieg angeht – Backdrop aufhängen, eine weithin unterschätzte Gefahr bei Live-Auftritten und ein weiterer Grund, warum An Cat Dubh mit Anand als Versicherungsmann einen riesen Coup gelandet hat.

und ab!

Feddisch! Draußen stehen schon Leute heißt es, macht mal hinne. Die Tür öffnet sich und ein ganzer Haufen strömt rein. Willi und Miriam vorne weg. Willi trägt ein An Cat Dubh-T-Shirt von ’94. Lange bevor andere Gäste geboren worden sind. Danke fürs Dran-Erinnern!

Dann geht’s los. Blöderweise steht auf der einen Seite 21:00h auf der anderen 22:00h…wir einigen uns auf die Mitte, Benni ist eh was Essen. Aufregung. Ich starre auf den Sicherungskasten….

und Los

Ein brillianter Abend später, mitsingen, tanzen, lachen, Party.

Fazit

Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben. Die sehr(!) freundlichen Leute aus der Krone, ob Tür, Theke oder soziale Betreuung. Danke an Benni, der ruhende Pol im Soundcheck 😉 und an all die Leute, die mit uns gefeiert haben. So viele bekannte Gesichter, so viele unbekannte Gesichter…schee war’s und SICHER nicht das letzte Mal in der Kultstätte.

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